Koffein

Wer glaubt, Koffein komme vorwiegend in Tee, Kaffee, Kaffee ähnlichen und diversen „Modegetränken“ vor, der wird staunen, in welchen Lebensmitteln die Substanz noch anzutreffen ist. Mittlerweile gibt es, ganz abgesehen von der Schokolade, eine Reihe weiterer Genussmittel, die mit Koffein als Zusatzstoff werben und einen „Muntermachereffekt“ versprechen. Dazu gehören Bonbons, Kaugummis und sogar Koffein Wasser – klassisches Mineralwasser, das mit Koffein versetzt ist. Auch in Medikamenten findet sich Koffein. Die zu den legalen Drogen gehörende Substanz gelangt aber nicht nur über die orale Einnahme in den Körper, sondern auch über die Haare bei der Anwendung von Koffeinshampoos. Koffeinhaltige Produkte genießen einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft – nicht nur hier in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt. Der „Coffee to go“ gehört bei zahlreichen Menschen auf dem Weg zur Arbeit und in der Freizeit zum täglichen Begleiter.

Die Substanz Koffein und seine (erste) Gewinnung

Wem Koffein in reiner Form begegnet, der findet ein weißes, kristallines Pulver vor, das geruchlos ist und einen bitteren Geschmack hat. Hierbei handelt es sich um die Substanz namens „Xanthinalkaloid“.

Koffein wird durch die Extraktion von Kaffee- und Teeblättern gewonnen, fällt aber vor allem bei der Entkoffeinierung von Kaffee an. Koffein findet man aber nicht nur in den Samen des Kaffeestrauchs und in Teeblättern. Es gibt noch mehr als 60 andere Pflanzen, die diese Substanz produzieren und die als natürlicher Schutz vor Insekten dient. Dazu gehören der Matebaum und Guarana.

Friedlieb Ferdinand Runge, Apotheker und Chemiker, begab sich auf Bitten Goethes auf die Suche nach der bis dato unbekannten Substanz im Kaffee. Im Jahre 1820 gelang es ihm erstmals, Koffein aus Kaffeebohnen zu extrahieren. Ihm folgten, nur ein Jahr später, drei weitere französische Apotheker.

Koffein und sein „Zwilling“ Thein

Bei dem im Tee (Grün- und Schwarztee) enthaltenen Koffein handelt es sich um die gleiche chemische Substanz wie bei dem im Kaffee vor zu findenden Koffein. Allerdings wird das Koffein im Tee vielfach auch als Thein bezeichnet, weshalb nicht selten angenommen wird, dass es sich hierbei um eine andere Substanz handele. Allerdings hat das Thein insofern eine andere Wirkung, als dass es langsamer abgebaut wird, weil es stärker an andere Stoffe gebunden ist. Das wiederum hat zur Folge, dass der bekannte „Muntermachereffekt“ später eintritt, aber auch länger anhält.

Interessante Zahlen rund ums Koffein

Ein durchschnittlicher Erwachsener in Deutschland nimmt pro Tag 200 mg Koffein zu sich – vor allem über Heiß- und Kaltgetränke, wie Tee, Kaffee und Cola.
Nach den Vorgaben einer europäischen Richtlinie müssen Erfrischungsgetränke, die mehr als 150 mg Koffein pro Liter enthalten, besonders gekennzeichnet sein.

Dass Koffein eine leistungserhöhende Wirkung hat, weil das Zentralnervensystem angeregt wird, ist vielen Menschen bekannt. Dafür muss man eine Menge von 100 – 600 mg Koffein zu sich nehmen. Die leistungserhöhende Wirkung des Koffein erschöpft sich aber nicht nur in einer verbesserten geistigen Leistungsfähigkeit. Vielmehr wird auch das körperliche Leistungsvermögen gesteigert, weshalb die Substanz bis zum Jahre 2004 auf der Verbotsliste der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) stand. Der dabei festgelegte Grenzwert war mit einer Koffeinzufuhr von 500 – 600 mg zu erreichen, was etwa 6 Tassen Kaffee entspricht und dazu führte, dass die Sportler am Morgen ohne Weiteres mehrere Tassen Kaffee trinken konnten. Der hohe Grenzwert ist wohl auch der Grund dafür, warum Koffein seit 2004 von der Verbotsliste der WADA verschwunden ist.

Der menschliche Körper gewöhnt sich schnell an regelmäßigen Koffeinkonsum. Wird dieser plötzlich eingestellt oder erheblich reduziert, reagiert der Organismus mit diversen Entzugserscheinungen, wozu Kopfschmerzen und Übelkeit gehören.

Koffein ist ein Gift und bei einer Dosis von mehr als 1 g spricht man von einer Überdosierung, die zu einem stark erhöhten Puls und Erregungserscheinungen wie Zittern und Herzrasen führt. Als Gegenmittel können Kohletabletten eingenommen werden, die dafür sorgen, dass das Koffein aus dem Körper ausgeschieden wird.