Abhängigkeit

Koffein nimmt nicht nur in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert ein. Für viele Menschen ist er zu einer unverzichtbaren Substanz geworden, vor allem wenn es um den Kaffee oder Tee am Morgen zum Munter werden bzw. am Nachmittag zum Kuchenessen geht. Allerdings leiden nur sehr wenige Menschen tatsächlich an einer Abhängigkeit, auch wenn man das Gefühl hat, ohne den morgendlichen Kaffee nicht wach zu werden und gut in den Tag starten zu können.

Eine tägliche Koffeinzufuhr von 350 mg, also knapp 5 Tassen Kaffee, ist in jedem Fall unschädlich und führt nicht zur Abhängigkeit. Ein darüber hinaus gehender Verzehr kann zum Einen zu einer Vergiftung führen und zum Anderen, sofern man auf Dauer zu viel Koffein zu sich nimmt, zur Abhängigkeit. Dabei entsteht zwar eine physische, nicht aber psychische Abhängigkeit.

Vergiftung durch zu viel Koffein

Wer etwa 1 Gramm Koffein zu sich nimmt, erleidet eine Vergiftung. Allerdings ist die genaue Menge, die zu einer Vergiftung führt, von Mensch zu Mensch verschieden, je nach dem, wie sehr der Körper an das Koffein gewöhnt ist.

Eine Koffeinvergiftung erkennt man daran, dass man an Übelkeit, starkem Harndrang, Krämpfen, Herzrasen, Schwindel und/ oder starker Erregung leidet. Eine extrem hohe Koffeinaufnahme schlägt insoweit ins Gegenteil um, als dass statt der erregenden Wirkung eine lähmende Wirkung eintritt.
Vermutlich bei mehr als 4 Gramm Koffein führt die Überdosis sogar zum Tod.

Abhängigkeit von Koffein

Sowohl die Vergiftung, als auch die chronische Abhängigkeit, werden als Koffeinismus bezeichnet, der von vielen Menschen umgangssprachlich als Kaffeesucht bezeichnet wird. Gemeint ist damit die Sucht nach chronischer Zufuhr von Koffein bzw. der Missbrauch von koffeinhaltigen Lebensmitteln. Indem sich der Organismus an die Übermenge an konsumierten Koffein gewöhnt, muss die Dosis von Zeit zu Zeit erhöht werden, um die gewünschte Wirkung zu erreichen.

Viele Menschen empfinden es nicht als Sucht, wenn ihnen nach einer Tasse Kaffee oder einem anderen koffeinreichen Genussmittel ist. Wer es aber einmal bewusst versucht, auf sein geliebtes Kaffeegetränk bzw. sonstiges koffeinhaltiges Lebensmittel zu verzichten, wird schnell merken, dass sich der Körper sehr wohl an die Substanz gewöhnt hat. Dennoch leiden die wenigsten Menschen tatsächlich an einer behandlungsbedürftigen Abhängigkeit.

Wer regelmäßig mehr als 350 mg Koffein pro Tag, also in etwa 5 Tassen Kaffee, zu sich nimmt, entwickelt mit der Zeit eine körperliche Abhängigkeit, die sich bei vielen Menschen durch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit äußert. Bei einem regelmäßigen Koffeinkonsum von mehr als 600 mg Koffein, können chronische Schlaflosigkeit, Depressionen sowie Magenbeschwerden als langfristige Gesundheitsschäden auftreten.
Bei einem hohen Konsum von koffeinhaltiger Cola wurden Kaliummangel und Muskellähmungen beobachtet.

Die Entzugserscheinungen treten 12 bis 24 Stunden nach dem letzten Koffeinkonsum auf und verschwinden nach zwei bis neun Tagen wieder, weshalb die Symptome an den ersten ein bis zwei Tagen am stärksten sind.

Keinesfalls sollten eventuell auftretende Kopfschmerzen mit Kopfschmerztabletten behandelt werden, denn auch in ihnen steckt Koffein.

Trotz dieser Nebenwirkungen wird Koffein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht als suchterzeugende Droge eingestuft, weil der Entzug nicht zu einem asozialen Verhalten führt und auch die Arbeitsfähigkeit nicht einschränkt wird – aber gerade das kennzeichnet eine Rauschdroge.

Nichts desto trotz ist es ein Alarmzeichen, wenn der täglich Kaffee oder Energy Drink nicht mehr genügt, um munter zu werden und deshalb zu Koffeintabletten gegriffen wird. In diesem Fall sollte ärztlicher Rat eingeholt und bei positiv festgestellter Abhängigkeit ein Entzug angefangen werden.