Wirkung von Koffein

Ganz gleich ob man Koffein über feste Lebensmittel, Getränke oder Tabletten zu sich nimmt, die Wirkungen sind dieselben. Zusammenfassend und auf einen Punkt gebracht kann man sagen, dass die Herztätigkeit und der Puls steigen sowie Veränderungen des Hormonsystems, des Stoffwechsels, der Muskulatur, der Atemwege und der Nieren stattfinden. Der gesamte Körper wird stimuliert, weil das Koffein verhindert, dass der Botenstoff Adenosin an seinen Rezeptor, eine Zelle, die chemische und physikalische Reize in eine für das Nervensystem verständliche Form bringt, andockt. Adenosin hat die gegenteilige Wirkung von Koffein. Es wirkt beruhigend und verlangsamt die Aktivitäten der Nervenzellen.

Man muss nicht die Studien rund um das Koffein kennen, um allein schon aus eigener Erfahrung zu wissen, dass Koffein ein „Muntermacher“ ist. Es steigert die Konzentrationsfähigkeit und das Leistungsvermögen um bis zu 30 %. Das Koffein wird vom Blut sehr schnell aufgenommen – die Hälfte bereits vier Minuten nach dem Konsum. Allerdings tritt die Wirkung erst eine halbe bis etwa 2 Stunden später ein. In Anbetracht dessen, dass Koffein der bis dato am häufigsten untersuchte Lebensmittelinhaltsstoff ist, verwundert die Veröffentlichung solcher und der noch im Folgenden dargelegten Zahlen und Fakten nicht.

Die positive Wirkung von Koffein

Wer nicht mehr als zwei bis vier Tassen Kaffee pro Tag trinkt bzw. höchstens 400 mg Koffein täglich zu sich nimmt, kommt in den Genuss diverser positiver Auswirkungen des Koffeins auf den Organismus.

Indem die Herztätigkeit angeregt wird, Blutdruck und Puls steigen, fließt mehr Blut durch die Arterien, was Erkrankungen am Herz-Kreislauf-System vorbeugt. Auch die Gallenblase wird angeregt und das wiederum führt zu einer verbesserten Fettverbrennung.

Die schon anfangs erwähnten positiven Auswirkungen von Koffein auf die Leistungsfähigkeit betreffen vor allem das Kurzzeitgedächtnis und das Erinnerungsvermögen. Allerdings profitieren nicht nur „Gehirnjogger“ von der durch das Koffein verursachten generellen Leistungssteigerung. Auch Sportler sind dank des Koffeins in der Lage, mehr Leistung zu bringen. So haben beispielsweise Radfahrer eine größere Ausdauer und die Treffgenauigkeit sowie Schnelligkeit von Tennisspielern nimmt messbar zu.

Darüber hinaus gibt es fast monatlich neue Studien zum Koffein, die dessen positive Wirkung belegen sollen. So soll nach neueren Studien die Rückbildung von Gehirnzellen verhindert oder zumindest vermindert werden, was wiederum der Entstehung von Demenz vorbeugt. Außerdem wollen Wissenschaftler in den USA herausgefunden haben, dass Koffein vor der Entstehung von Leberkrebs, Darmkrebs, Brust- und Prostatakrebs schützt.

Koffein und dessen Schattenseiten

Bei all diesen positiven Wirkungen darf aber nicht vergessen werden, dass Koffein unter bestimmten Bedingungen auch negative Wirkungen hat. Dabei ist ein verstärkter Harndrang wohl noch die „mildeste“ Nebenwirkung und so ziemlich jedem aus eigener Erfahrung bekannt.

Wer regelmäßig mehr als die täglich empfohlene Maximalmenge von 400 mg Koffein zu sich nimmt, läuft Gefahr, dass sich der Organismus an das Koffein gewöhnt und in Abhängigkeit gerät. Die Gewöhnung an Koffein bemerkt man beispielsweise daran, dass die Konzentrationsfähigkeit nur noch minimal oder sogar gar nicht ansteigt. Hinzu kommt, dass ein zu viel an Koffein ins komplette Gegenteil umschlägt, denn die permanente Ausschüttung von Adrenalin führt zu chronischem Stress, der sich beispielsweise in Unruhe und Erschöpfung äußert. Außerdem können Personen mit regelmäßig überhöhten Koffeinkonsum noch kurz vor dem Schlafen gehen Koffein zu sich nehmen, ohne dass sie an Einschlafproblemen leiden.

Weitere negative Auswirkungen durch eine Überdosis Koffein sind neben Schlaflosigkeit leichte Erregbarkeit, Nervosität und ein leicht gerötetes Gesicht. Zudem klagen viele Menschen über Spannungskopfschmerz, der seiner Art nach mit Migräne vergleichbar ist.

Inwiefern man die von vielen Menschen wahrgenommene appetitanregende Wirkung (weil der Magen stimuliert wird) als negativ oder positiv bezeichnet, bleibt jedem selbst überlassen. Unbestritten ist die Wirkung in dem Fall nachteilig, in dem man sein Gewicht durch verminderte Nahrungsaufnahme reduzieren möchte.

Da vor allem Frauen mit Eisenmangel zu kämpfen haben, sollten sie beim Verzehr eisenhaltiger Lebensmittel wie Tierinnereien oder Gemüse und einige Zeit danach kein Koffein konsumieren, da Koffein die Eisenaufnahme negativ beeinflusst.

Der Organismus von Frauen reagiert insgesamt empfindlicher auf Koffein und er braucht länger, um die Substanz auszuscheiden.

Mythos Blutdrucksteigerung und Entwässerung

Um kaum eine andere Substanz ranken sich so viele Mythen, wie um das Koffein. Hier soll nun mit zwei „Klassikern“ aufgeräumt werden,
Wer Koffein regelmäßig, aber in gesundem Maße zu sich nimmt, und an Bluthochdruck leidet, braucht sich keine Sorgen zu machen, dass der Blutdruck weiter steigt. Denn nur bei Personen, die eigentlich nie oder nur sehr selten und dann in geringen Mengen Koffein zu sich nehmen, erhöht sich der Blutdruck. Allerdings ist auch diese Blutdrucksteigerung nur marginal und bei fortan häufigerem Koffeinkonsum gewöhnt sich der Körper so schnell daran, dass schon binnen kürzester Zeit keine Blutdrucksteigerung mehr auftritt.

Zwar hat Koffein eine leicht entwässernde Wirkung, weshalb es keinesfalls ratsam ist, seinen täglichen Flüssigkeitsbedarf von 1,5 bis 2 Litern pro Tag allein oder überwiegend mit Kaffee zu decken. Jedoch ist dieser Effekt nicht so groß, dass man zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser trinken muss. Wer sich also an die empfohlene Menge von höchstens 400 mg Koffein pro Tag hält, braucht sich um seinen Wasserhaushalt keine Sorgen zu machen. Die entschlackende Wirkung hat sogar einen ganz entscheidenden Vorteil, der vor allem Frauen bei Frauen großen Anklang findet: die Haut wird gestrafft.

Zum Schluss sei an dieser Stelle der Arzt und Philosoph Paracelsus zitiert, der einst gesagt hat: „Die Dosis macht das Gift zum Gift.“